Tashi


Alles über Riesen

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Jacks Cousin Tashi lebt in einer fantastischen Welt mit ganz außergewöhnlichen Kreaturen, die oft aus der asiatischen Märchenwelt entliehen sind. Zu den bekanntesten gehören die Riesen. Weil diese schon seit Anbeginn der Zeit fest in unseren Märchen und Legenden verankert sind, ist es allerhöchste Zeit, euch diese einmal genauer vorzustellen.

Riesen im Märchen

In vielen Märchen werden Riesen als ungehobelte Zeitgenossen mit wenig Verstand und eher schlechter Laune dargestellt. Ein Beispiel dafür ist das Märchen „Das tapfere Schneiderlein“, in dem sich die beiden Riesen am Ende selbst töten. Dabei war es ein schlaues Schneiderlein, das den Streit mit Steine werfen angefangen hat. Aber das merkten die als tumbe Gesellen dargestellten Riesen nicht und verdächtigten sich gegenseitig. Im Märchen hatten die dummen Riesen einen ganz einfachen Zweck: Wenn man sie zwar als körperlich überlegen aber strohdumm darstellt, kann man den superschlauen Helden mit seiner edlen Gesinnung umso mehr strahlen lassen. So sind auch die beiden Riesen bei Tashi nicht gerade von der hellsten Sorte, dafür aber natürlich grob, groß und brutal. Trotzdem sind Riesen in Märchen eher selten durch und durch böse, sondern haben einen weichen Kern unter der harten Schale. So wird zum Beispiel auch der Riese und Berggeist Rübezahl, der aus etlichen Sagen und Erzählungen aus dem Riesengebirge bekannt ist, nicht nur als grob und polternd dargestellt, sondern auch als gerecht und hilfsbereit. Und auch Tashis Riesenmädchen Golili kümmert sich sehr liebevoll um ihre „Puppe“ Jack (Episode 2 „Jack und der Zauber-Wunschbaum“).

In Gullivers Reisen verfolgte Jonathan Swift ein anderes Ziel mit der Darstellung seiner Riesenwelt Brobdingnag. Er nutzte sie im übertragenen Sinne. Die Gesellschaft, in der er lebte, war ihm zu weit weg von den Bedürfnissen der Leute, sprich: zu groß. Und schon war die Riesenwelt eine Art Gesellschaftskritik.

Halbriesen

In der modernen Märchenwelt gehören oft auch Halbriesen zu den Figuren. Halbriesen haben einen menschlichen und einen riesenstämmigen Elternteil. Einer der bekanntesten ist wohl Hagrid aus den Harry Potter-Romanen von Joanne K. Rowling. Man könnte auch Herrn Tur Tur dazu zählen, den Scheinriesen aus Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Weißt du, warum er so heißt? Ist doch klar: Er heißt Scheinriese, weil er umso größer erscheint, je weiter man von ihm weg ist.

Quelle: Wikimedia Commons, Mademoiselle Ortie / Elodie Tihange

Riesen in unserer realen Welt

Riesen gibt es aber nicht nur im Märchen. Auch in unserer Welt leben Menschen, die außergewöhnlich groß sind. Den Rekord als größter Mann der Welt hält nach wie vor der Amerikaner Robert Wadlow aus den USA. Mit seinen 2 Metern und 72 Zentimetern war er größer als der durchschnittliche asiatische Elefant. Er kam als normal großes Baby auf die Welt, wuchs aber von da an ungewöhnlich schnell. Bereits im zarten Alter von sechs Monaten wog er 13 Kilo. Das hast du vermutlich erst mit rund vier Jahren auf die Waage gebracht. Und das große Wachsen ging weiter. Seine Anzüge mussten maßgeschneidert werden und brauchten ungefähr drei Mal so viel Stoff wie Anzüge für normal große Männer. Seine Schuhe hatten am Ende Größe 76! Verantwortlich für sein unkontrolliertes Wachsen war ein gutartiger Tumor an der Hirnanhangsdrüse namens Hypophysenadenom. Die Hypophyse ist eine Hormondrüse, die für das Wachstum verantwortlich ist. Wenn diese durch einen Tumor „gestört“ wird, schüttet sie unkontrolliert Wachstumshormone aus und die Menschen wachsen und wachsen und wachsen. So wie Robert Wadlow. Das ist aber irgendwann gar nicht mehr cool und vor allem sehr ungesund. Die Knochen werden zu sehr belastet. Wadlow konnte irgendwann nur noch mit Beinschienen laufen. Er ist nur 22 Jahre alt geworden.

Der im Moment größte Mann der Welt, der Türke Sultan Kösen, misst ungefähr zweieinhalb Meter. Auch er litt an dem Tumor in der Hirnanhangsdrüse. Da die Medizin heute schon besser aufgestellt ist als zu Wadrows Lebzeiten, konnte der Tumor entfernt und damit das Wachstum gestoppt werden. Sultan Kösen hat es damit auch immerhin schon auf ein Alter von 34 Jahre geschafft. Aber Probleme mit den Riesenknochen hat auch er. Wegen Knieschmerzen kann er nicht lange stehen und ein Stock als Gehhilfe ist immer mit dabei.

Quelle: Wikimedia Commons, Helgi Halldórsson


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