Alles über Hasen und Kaninchen

Das Junior-Tierlexikon: Hasen

Miffy ist ein kleines Hasenmädchen, gut zu erkennen an ihren langen Ohren. Aber wann ist ein Hase ein Hase und wann vielleicht doch ein Kaninchen? Und welche Eigenschaften haben sie? Wir haben für euch einmal etwas genauer nachgeforscht und Miffys Familienmitglieder mal auf den Knabberzahn gefühlt.

1. Hasen und ihre Merkmale

Hasen gibt es in ganz unterschiedlichen Arten und Ausprägungen. Sie erreichen eine Körperlänge zwischen 25 und 70 Zentimetern und ein Gewicht von 0,4 bis 7 Kilogramm. Stell dir vor, du musst sieben 1-Liter-Wasserflaschen tragen. So schwer ist der schwerste Hase, ein ganz schöner Brocken, puh!

Ihr Fell kann leuchtend weiß, grau oder braun sein – in sämtlichen Schattierungen natürlich. Ein Merkmal, dass alle Familienmitglieder der Hasen gemeinsam haben, sind die langen Ohren. Denn egal wie lang sie sind, sie sind auf alle Fälle immer länger als sie breit sind. Sonst wäre es ja kein echter Langohrhase, logisch oder? Außerdem sind die Hinterbeine immer länger als die Vorderbeine, was die Hasen zu sehr guten und schnellen Läufern macht.

Was von Hasen generell ebenfalls bekannt ist, ist die Tatsache, dass sie viel Nachwuchs bekommen. In 25 bis 50 Tagen kommen je nach Hasenart zwei bis acht Junge zur Welt, manchmal sogar bis zu 15. Da hat eine Hasenmama schon ordentlich zu tun.

2. Hasen und Kaninchen – Wer ist wer?

Aber wann ist ein Langohr ein Hase und wann ein Kaninchen? In der biologischen Fachsprache ist der Oberbegriff für alle zusammen „Hasenartige“. Davon gibt es ganze 55 Unterarten, zu denen auch der Feldhase oder das Hauskaninchen zählen. Sie gehören also alle zu einer Familie, haben aber doch einige Merkmale mit denen man sie unterscheiden kann.

Das machen Hasen anders als Kaninchen: Hasen haben in der Regel längere Ohren und kräftigere Hinterbeine als Kaninchen. Kaninchen verstecken sich vor ihren Fressfeinden in unterirdischen Bauten, Hasen leben dagegen im freien Feld und laufen bei Gefahr blitzschnell davon. Hasen sind Einzelgänger, während Kaninchen eher Familientiere sind. Auch bei den Babys gibt es Unterschiede: Kaninchen tragen kürzer und bringen blinde und nackte Jungen auf die Welt, die dann bei den Eltern im Nest bleiben. Das nennt man Nesthocker. Hasen tragen ihre Jungen länger aus, dafür kommen diese dann schon mit Fell und sehend auf die Welt. Man nennt sie Nestflüchter, das heißt sie gehen bereits kurz nach der Geburt mit ihren Eltern auf Tour.

3. Wo wohnen die Hasen und wovon ernähren sie sich?

Ursprünglich gab es in Australien, Ozeanien, auf abgelegenen Inseln und im südlichen Südamerika keine Hasen. Durch den Menschen haben sie sich aber mittlerweile auf der ganzen Welt außer der Antarktis verbreitet. Sie sind recht anpassungsfähig und können sowohl in der sibirischen Tundra, wo es ziemlich kalt sein kann, als auch in tropischen Regenwäldern überleben. Sie sind meistens in der Nacht oder in der Dämmerung aktiv. Ihre Mahlzeiten bestehen aus Gräsern, Kräutern, Blättern und Blüten. Damit auch wirklich alle Nährstoffe aufgenommen werden können, nutzen die Hasen eine Art doppeltes Verdauungssystem. Hasen haben zwei Arten von Kot, sprich Hasenköttel. Im Blinddarm wird ein vitaminreicher weicherer Kot produziert, der nach dem Ausscheiden sofort wieder geschluckt wird. Das hört sich eklig an, sichert den Hasen aber die optimale Nährstoffausbeute. Miffy ist da ein bisschen anders. Sie hilft gerne backen und isst auch gerne Omas Birnenkuchen. Aber Miffy ist ja auch ein ganz besonderes Häschen.

Bildquelle: Wikimedia Commons, Mercis BV

Nach Oben