Weltverbessern für Anfänger - Stepha Quitterer

Minna Koetherott geht in die 8. Klasse am Martin-August-Gymnasium irgendwo in Süddeutschland. Sie ist ein kritisches und zuweilen rebellisches Mädchen, das keine Scheu hat, irgendwo anzuecken. Viel Feind‘, viel Ehr‘, könnte ihr Lebensmotto sein. Als ein lokaler Industrieller einen Preis auslobt, bei dem derjenigen Schulklasse, die das beste Projekt zum Thema „Weltverbesserung“ durchführt, eine Reise nach Tallinn in Estland winkt, hält sich Minnas Begeisterung zunächst in Grenzen. Aber ein Besuch bei ihrer Oma, die über Nacht zum Pflegefall wurde und nun in einem tristen Heim ihr Dasein fristen muss, schockiert Minna nachhaltig, sodass sie ihren persönlichen Plan zur Weltverbesserung entwickelt: Nämlich nichts weniger, als den alten Leuten im Pflegeheim etwas Leben und Menschlichkeit in ihren eintönigen Alltag zu bringen. Alle aus ihrer Klasse sollen dabei mitmachen. Die Aktion läuft vielversprechend an. Doch, – wie die Minna selbst es ausdrücken würde: Bald „smellt der trouble“ …

Book image Weltverbessern für Anfänger – Stepha Quitterer

Über die Autor(in)/Illustrator(in)

Stepha Quitterer, 1982 in Niederbayern geboren, hat in Rio de janeiro mit Straßenkindern gearbeitet, in Belrin und Kairo Politik und in München Regier studiert und war Regieassistentin am Deutschen Theater in Berlin. Seit 2015 lebt sie als freie Autorin mit ihrer Tochter in Berlin. Weltverbessern für Anfänger ist ihr erstes Jugendbuch.

Lesetipp Junior TV

Das mögen wir an dem Buch

Wir empfehlen heute eher ein Jugend- und weniger ein Kinderbuch. Eines, für das man ein wenig Aufmerksamkeit braucht und für das man auch nicht zu zartbesaitet sein sollte. Denn sprachlich geht es in Stepha Quitterers Debütroman ganz schön zur Sache: Nicht nur führt Minna Koetherott (die nach eigenen Angaben von ihren Mitschülern auch „Miniköter Rotz“ genannt wird) manch derben Ausdruck in ihrem Repertoire. Auf der anderen Seite legt die Autorin ihrer jungen Erzählerin auch ein Dauerfeuer richtig verquerer Bilder in den Mund, über die man zuweilen ein zweites Mal drüberlesen muss, um ihren Kern zu erfassen. Da ist man nach manchem Kapitel regelrecht „gefleischwolft“ (Zitat Minna). Das Ganze ist aber sehr kurzweilig und vergnüglich und sehr treffend. Inhaltlich ist es spannend, mitzuerleben, wie die Jugendlichen, gleich Höhlenforschern, in die für sie fremde Welt des Pflegeheims mit seinen strengen Regeln und einer ganz anderen Generation von Menschen vordringen und diese ideenreich aufpeppen. Und daneben müssen natürlich auch der Schulalltag, die nicht immer einfachen Eltern und die Freundschaften innerhalb der Klasse bewältigt werden. Fazit: Ein freches, bissiges, sprachlich anspruchsvolles, aber vergnügliches Buch, das die (vielleicht nicht mehr allzu jungen) Leserinnen und Leser nach der Lektüre gerne an ihre Eltern weitergeben dürfen, denn auch die könnten Spaß daran haben. Ab 12 Jahre

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