Goldfische

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Viele Leute sind der Meinung, Goldfische seien die langweiligsten Haustiere auf der ganzen Welt. Unser neuer Serienheld Beanie kann das ganz bestimmt nicht bestätigen. Sein Goldfisch „Admiral Bubbles“ hat es faustdick hinter den Ohren und strebt nichts Geringeres als die Weltherrschaft an. Grund genug für das Junior Team, der Sache mit den Goldfischen mal auf den Grund zu gehen.

Wo kommen Goldfische eigentlich her?

Goldfische sind reine Zuchtfische, das heißt sie sind vom Menschen so gezüchtet und kommen in der Natur in ihrer heutigen Form nicht vor. Sie stammen von den Silberkarauschen ab, die zur Familie der Karpfenfische gehören. Silberkarauschen sind dunkelgrünbraun bis schwarzgrau und haben einen silbrigen Glanz an den Seiten. In einer Laune der Natur sind Exemplare mit rötlich oranger Färbung entstanden, die der Mensch dann durch Kreuzung dieser aus der Art geschlagenen Exemplare zum Goldfisch heranzüchtete. Seit über 1.000 Jahren sind Goldfische bekannt. Die ersten Züchtungen stammen wohl aus China. Im asiatischen Raum wird den Fischen heute noch eine hohe Bedeutung als Glücks- und Fruchtbarkeitssymbol zugeschrieben. Sie sind dort deshalb sehr beliebt und in allen möglichen Formen und Farbvarianten erhältlich.

Bild Bloch: Marcus Elieser BlochMarcus Elieser Bloch, Naturgeschichte der ausländischen Fische, Berlin, 1782

Wie ernähren sich Goldfische?

Goldfische sind Karpfenfische und Karpfen haben keinen Magen. Wie bekommen Goldfische dann ihre Nahrung fragt ihr euch jetzt sicherlich. Schwierig, denn sie haben auch keine Zähne. Quatsch mit Soße denkst du? Nein! Goldfische fressen viel und ständig, aber sie haben tatsächlich keine Zähne im Kiefer. Dafür besitzen sie kräftige Schlundzähne im Rachen und gegenüber davon eine sehr massive knöcherne Kauplatte. Damit wird das Essen zerkleinert und direkt an den Darm gegeben. Was sie nicht klein kriegen, scheiden sie einfach wieder aus. Je wärmer das Wasser ist, desto aktiver sind die Fische und desto mehr Nahrung brauchen sie. Goldfische sind daher ständig auf der Suche nach Nahrung. Und sie fressen einfach alles! Sie nagen gerne an Wasserpflanzen, aber auch Schnecken, kleinere Fische und sogar ihr eigner Laich (Fischeier) stehen auf der Speisekarte. Züchter empfehlen auch, Goldfische mit Obst, Salat und gekochtem Gemüse wie zum Beispiel Blumenkohl und Erbsen zu füttern. Auch Urzeitkrebse werden gerne genommen.

 

Goldfische sind wahre Überlebenskünstler

Goldfische sind sogenannte Generalisten. Das hat nichts mit Generälen und Militär zu tun, sondern bedeutet, dass sie in so ziemlich mit allen Lebensbedingungen klar kommen. Man findet sie auf der ganzen Welt außer in der Polarregion. Sie sind Süßwasserfische, können aber auch Dank ihrer hohen Salinitätstoleranz im salzigen Brackwasser zum Beispiel auf Südseeinseln überleben. Egal, ob das Wasser kalt oder warm ist, sauerstoffreich oder –arm, der Goldfisch findet’s gut und siedelt sich an. Er wird daher als weltweit verbreitetes Neozoon bezeichnet, das mit der ursprünglichen Fischfauna erfolgreich konkurriert. Manchmal wird das sogar für die heimischen Fische richtig gefährlich. Es ist zum Beispiel Brauch beim persischen Neujahrsfest Nouruz Goldfische freizulassen. In diesen Massen auf die anderen Fische losgelassen, kämpfen diese ums Überleben.

Typisch für den Goldfisch: Das kugelige Goldfischglas

Denkt man an eine typische Goldfischbehausung, fällt einem sofort die klassische Glaskugel ein. Aber davon wird beim Goldfisch abgeraten. Die Fische brauchen sogar relativ viel Bewegungsfreiheit und deshalb rät das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft bei Goldfischhaltung offiziell zu einem 100-cm-Becken, was 200 Litern entspricht. Auch zur Haltung mehrerer Tiere auf einmal wird geraten. Ein Goldfisch ist eben nicht gerne allein.

 

Bildquelle: wikimedia commons

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