Schule in den USA

Unsere Serienheldin Lizzie McGuire lebt in den USA und geht dort zur Schule. Die Probleme, die ein 13jähriger Teenager im Schulalltag hat, unterscheiden sich kaum von denen bei uns in Deutschland. Trotzdem ist das amerikanische Schulsystem anders organisiert. Wie, das wollen wir euch hier erklären. Das ist allerdings gar nicht so einfach, weil das Schulsystem Sache der einzelnen Bundesstaaten ist und davon gibt es 52. Macht 52 verschiedene Schulsysteme und die sind nochmal in unterschiedliche Schulbezirke unterteilt. Wir versuchen das hier mal unter einen Hut zu bringen.

 

Kindergarten, Vorschule und Grundschule

Das was wir in Deutschland unter Kindergarten oder Kindertageseinrichtung verstehen, fällt in den USA unter die Begriffe Day Care, Nursery School und Pre-School. Die Kinder werden in der Regel mit 5 Jahren eingeschult. Und obwohl es der 1. Klasse in Deutschland entspricht, nennt es sich Kindergarten. Nach dem Kindergarten – also 1. Klasse – kommt die Elementary School oder Grade School. Sie beginnt mit Grade 1 (Achtung: Das ist dann quasi die 2. Deutsche Klasse!). Je nachdem, wo in den USA man wohnt, geht sie bis Grade 4, 5 oder 6. Der Schultag umfasst in der Regel 6 Schulstunden und endet um 15 Uhr. Alle amerikanischen Kinder essen in der Schulcafeteria zu Mittag. Hausaufgaben gehören dazu, der Tag ist also ziemlich lang. Die meisten Kinder werden in der Früh von einem der berühmten gelben Schulbusse abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Schuluniformen gibt es in den USA nicht, es sei denn eine Privatschule möchte das für ihre Schüler.

Aber auch wenn sich der Schulalltag ein wenig von unserem unterscheidet, so lernen die amerikanischen Kinder doch mehr oder weniger das Gleiche wie Schüler in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Besonderen Wert wird auf das Lesen gelegt.

High School und Middle School

Zwischen Elementary School und (Senior) High School steht die Junior High School oder die Middle School. In der Middle School arbeiten die Lehrer mehr zusammen und es gibt dadurch interdisziplinäre Lerneinheiten, sprich von verschiedenen Fächern zusammen. Auch gibt es dort noch Klassenverbände. Diese werden aber schon von der Grundschule an jedes Jahr neu gemischt. Das soll ein gutes Lernklima schaffen, da Gruppenbildung verhindert wird und Kinder gleicher Begabung zusammengelegt werden. Beide gehen von Grade 7 bis 9, in manchen Bezirken auch schon früher oder sogar bis Grade 10.

Die Junior High funktioniert ein bisschen anders. Es gibt dort keine Klassengemeinschaften, wie man sie bei uns kennt, mehr. Die Schüler wählen Kurse und gruppieren sich dadurch jede Stunde neu. Auch Schulen, die nach Leistung gewählt werden, wie das Gymnasium oder die Realschule, gibt es in den USA nicht. Alle Schüler werden immer gemeinsam unterrichtet. Für gute Schüler gibt es allerdings spezielle Förderprogramme und alle Kinder sind aufgefordert, sich außerhalb des regulären Unterrichts zu engagieren. Es gibt Science Fairs für Naturwissenschaftler, Orchester, Chöre, Theatergruppen, Kunst Arbeitsgemeinschaften und natürlich jede Menge Sport.

Wer das Klassenziel nicht erreicht, muss nicht unbedingt gleich die Klasse wiederholen. Er oder sie kann in sogenannten Summer Schools sein Wissen auf Vordermann bringen, denn in den USA gilt die „No Child Left Behind“-Policy. Das bedeutet soviel wie „Kein Kind wird zurück gelassen“.

Die Schullaufbahn beendet man in den USA mit dem High School Diploma. Die Schüler haben dann 12 Jahre die Schule besucht und sind in der Regel 18 Jahre alt. Beim Abschluss, der sich Graduation nennt, tragen die Schüler schwarze Roben und einen Hut wie ihr ihn hier abgebildet seht.

Bildquellen: Wikimedia Commons

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